2385723
2861020
Startseite
Ein Szenario
Teil 2: Die bemannte Mission Teil 4: Rückkehr zur Erde und danach
Suchen
Sitemap

Teil 3: Leben auf dem Mars

Oktober 2007
Selbst wenn sich eine Mannschaft für einen langen Zeitraum auf dem Mars aufhält, ist ihr Zeitplan mit vielen Projekten angefüllt. Diese werden unser Wissen über den Planeten vergrössern und den Weg für zukünftige Forschungen bereiten. Eines Tages werden die Ergebnisse dieser Forschung den Mars für die Besiedelung durch den Menschen frei machen.

Die geologischen Merkmale etwa werden uns erste Erkenntnisse darüber liefern, wie das Klima auf dem roten Planeten in der Vergangenheit war. Wir werden erfahren, wann und warum das warme und feuchte Klima verloren ging. Wir werden Aufschlüsse darüber erhalten, wie der Mars wiederbelebt werden kann und vielleicht auch, wie wir unsere Erde retten können. Ausserdem werden die geologischen Untersuchungen uns zu nützlichen Mineralien und Rohstoffen führen.

Habitat und ERV auf der Marsoberfläche

Habitat und ERV auf der Marsoberfläche. Daneben ein Gewächshaus und der Rover mit Druckkabine
Als erstes aber müssen die Astronauten nach Wasser suchen. Wenn es auf dem Mars noch Wasser gibt, wird es vermutlich in gefrorener Form als Eis zu finden sein. Noch besser wäre es jedoch, man könnte unterirdisch geothermisch erhitztes flüssiges Wasser finden. Es oder Wasser sind für die zukünftige Erforschung des Mars von zentraler Bedeutung. Der Fund von Wasser würde zukünftige Missionen davon befreien, Wasserstoff zur Treibstoffproduktion von der Erde mitzubringen. Nach der Errichtung einer ständigen Basis könnte das Wasser benutzt werden, um in Treibhäusern Landwirtschaft zu betreiben. Dies wäre ein erster Schritt zur Selbstversorgung der neuen Marsbewohner.

Landwirtschaftliche Experimente stehen so oder so ganz oben auf der Liste der ersten Marsmission. Deshalb wird ein aufblasbares Gewächshaus mit auf den Mars genommen. Dieses könnte die Form einer Kuppel haben, die teilweise in den Boden vergraben wird.

Die aber vermutlich wichtigste Arbeit der ersten Marsbesucher wird die Suche nach Spuren von Leben sein. Aus dem Weltraum aufgenommen Fotos der Marsoberfläche zeigen ausgetrocknete Flussbetten und andere Spuren, die alle darauf hinweisen, dass es hier einst fliessendes Wasser gab. Dadurch wird es wahrscheinlich, das der Mars ein dem Leben freundlich gesinnter Ort war. Die wichtigsten geologischen Beweise lassen darauf schliessen, dass diese warme und Feuchte Periode für die erste Milliarde Jahre der Marsgeschichte andauerte. Ein Zeitraum, in dem sich auf der Erde längst Leben entwickelt hatte. Einige Evolutionstheorien gehen davon aus, dass sich an Orten die gewissen örtlichen und zeitlichen Bedingungen entsprechen, die Entwicklung von Leben ein natürlicher und gesetzmässiger Prozess ist. Wenn diese Theorien zutreffen, dann hätte sich das Leben mit ziemlicher Sicherheit auf dem Mars entwickelt. Und nicht nur dort, Mars sondern wahrscheinlich auch auf Tausenden von anderen Welten. Vielleicht verbirgt sich dieses Leben noch irgendwo auf dem Mars. Oder es ist ausgestorben und es sind nur noch Spuren davon zu finden. Möglicherweise ist der 4. Planet aber auch nur ein kalter, toter Felsbrocken der niemals Leben getragen hat.

Wie auch immer, die Entdeckung von Leben, sei es in aktiver Form oder als Fossilien, würde beweisen, das unser Universum voller Leben ist. Viele der Sterne an unserem Nachthimmel wären dann die Zentralgestirne von Systemen die von Pflanzen, Tieren oder vielleicht sogar intelligentem Leben bewohnt sind. Wenn aber festgestellt wird, dass der Mars nie irgendwelches Leben getragen hat, würde das Bedeuten, dass die Entstehung von Leben mehr oder weniger vom Zufall abhängt.

Angesichts der Bedeutung dieser Frage wird man der Suche nach Leben oder seinen Spuren sehr viel Zeit widmen. Es muss an sehr vielen Orten gesucht werden. Letzte Spuren der ehemaligen Biosphäre in Form von Fossilien könnten sich zum Beispiel in ausgetrockneten Flussläufen oder Seen finden. Die Eiskappen der Pole könnten evtl. gut erhaltene, gefrorene Überbleibsel wirklicher Organismen enthalten. Ausserdem gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter der Oberfläche geologisch erwärmtes Wasser vorhanden ist. Hier könnten lebende Organismen überdauert haben. Die Suche nach Leben und Rohstoffen wird nicht nur viel Arbeit erfordern. Um alle diese verschiedenen Orte zu untersuchen wird es notwendig sein grosse Strecken zurück zu legen. Es reicht nicht aus einige Meter über den Mars zu schlendern und ein oder zwei Löcher zu bohren. Mit Hilfe des mitgebrachten Rovers können auch weit entfernte Territorien erreicht werden. Mit seiner klimatisierten Druckkabine können die Fahrten und viele Arbeiten von der Crew im Freizeithemd durchgeführt werden. So ist garantiert, dass auch wochenlange Ausflüge ohne Probleme bewerkstelligt werden können. Der Rover verwendet den selben Treibstoff aus Methan und Sauerstoff wie das ERV. 10% des von der chemischen Fabrik erzeugten Treibstoffes sind für den Gebrauch mit dem Rover vorgesehen. Mit diesem grossen Vorrat sind die Astronauten in der Lage ein riesiges Gebiet rund um ihr Camp zu erkunden. Am Ende dieser erstem Mission wird der Kilometerzähler des Rover weit mehr als 24000 km anzeigen. Auf diesen ausgedehnten Fahrten hat die Crew an einer Vielzahl von Orten kleine Roboter zurückgelassen. So kann ein Gebiet weiter untersucht werden, auch wenn es vom Rover und seiner Mannschaft schon längst wieder verlassen wurde.

Die enorme Zahl von Forschungsprojekten könnte natürlich nicht von den vier Astronauten allein verarbeitet werden. Die Menge der gesammelten Daten wäre dafür einfach zu gross. Deshalb müssen die Besucher regelmässig Daten mit Kollegen der verschiedenen Fachrichtungen auf der Erde austauschen. Auch Grussbotschaften und persönliche Nachrichten können auf diesem Wege ausgetauscht werden. Ein direktes Gespräch ist allerdings nicht möglich. Durch die grosse Strecke benötigt es über 40 Minuten, bevor auf eine Frage eine Antwort eintrifft. Für jemanden der ein Telefon gewöhnt ist mag das störend sein. Für diejenigen die wissen wie man Briefe schreibt wird dies jedoch kein Problem sein.

Karte des Mars

Vereinfachte topographische Karte des Mars, die die erhöten Kontinente von Tharsis und Syrtis Major und die tiefer gelegene Region von Vasitas Borealis zeigt. Sie mag einstmals von einem weiten polaren Ozean bedeckt gewesen sein.

Zurück zu Ein Szenario Teil 2: Die bemannte Mission
Weiter zu Ein Szenario Teil 4: Rückkehr zur Erde und danach